Herausgeber

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Oec. med.
Alexander Joist

Asklepios Klinikum Bad Abbach
Chefarzt Orthopädie II
Kaiser-Karl-V.-Allee 3
93077 Bad Abbach

Telefon: 09405 / 18 - 2306

Nachbehandlung einer Sprunggelenkprothese

Es kann zur Infektion der Sprunggelenks-Prothese während oder nach der Operation kommen. Zur Verhinderung von Infektionen rund um die Sprunggelenksprothese-Prothese ist eine gute Indikationsstellung durch den operierenden Chirurgen von erheblicher Bedeutung. Akute Infekte müssen unter allen Umständen ausgeschlossen werden. Von großer Bedeutung sind auch moderne Operationsumgebungen und eine hervorragende Sterilität zur Vermeidung von Protheseninfektionen.

Behandlung kurz nach dem Eingriff

Direkt nach der Implantation der Sprunggelenksprothese schließ sich ein 5-7 tägiger Krankenhausaufenthalt zur Kontrolle, Wundversorgung und Ruhigstellung an. Währenddessen wird eine vorsichtige Mobilisation durchgeführt. Bei normalem postoperativem Verlauf bekommt der Patient für zwei Wochen eine Gipsschiene, die den Weichteilschutz gewährleisten soll. Danach wird dem Patienten ein sogenannter Aircast-Walker-Schuh angepasst. Mit dieser Konstruktion darf der Patient gehen und das Sprunggelenk teilbelasten. Nach gut 4 Wochen ist dann auch die Vollbelastung erlaubt.

Rehabilitation zur Herstellung der vollständigen Beweglichkeit

Üblicherweise schließt sich an den Krankenhausaufenthalt und die äußere Wundheilung eine Rehabilitation von rund 12 Wochen an. Krankengymnastik, Massagen und leichte sportliche Betätigungen werden dort unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Die Teilnahme am Straßenverkehr sowie das Autofahren sind üblicherweise 8 Wochen nach der Sprunggelenksoperation wieder möglich – sofern der Fuß auch in Gefahrensituationen wieder voll belastbar ist.

Nachsorge ist unverzichtbar

Die Lockerung der Sprunggelenks-Prothese durch unsachgemäße Behandlung oder Stoß-Einwirkung ist eines der größten postoperativen Risiken. Auch falsche Drehungen im Gelenk sollten unbedingt vermieden werden. Der Patient ist daher gehalten, regelmäßig zur Nachsorge in die Praxis des behandelnden Orthopäden zu kommen. Der Arzt kann durch Röntgenaufnahmen Lockerungen der Sprunggelenksprothese frühzeitig feststellen und Schlimmeres verhindern. Auftretende Lockerungen der Prothese können ohne Behandlung Schäden am Knochenmaterial verursachen. Das tut nicht nur weh, es erschwert auch eine erneute Befestigung der Prothese im dann weiter geschädigten Knochen. Zur Nachbehandlung zählt hier auch die langfristige Förderung der Beweglichkeit durch sportliche Aktivitäten.

Empfohlene Sportarten sind:

  • Wandern
  • Schwimmen
  • Radfahren
  • Joggen – mit dem richtigen Schuhwerk und glattem Untergrund
  • Langlaufski
  • Golf spielen

Absolut zu vermeiden und schädlich sind alle Sportarten mit schnellen Belastungswechseln:

  • Squash
  • Tennis
  • Kampfsport
  • Fußball
  • Abfahrtsski

Die weitaus meisten Patienten mit Sprunggelenksprothesen sind innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Operation zu 56% wieder sportlich aktiv. Das ergibt eine Auswertung bei den Nachuntersuchungen.