Herausgeber

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Oec. med.
Alexander Joist

Asklepios Klinikum Bad Abbach
Chefarzt Orthopädie II
Kaiser-Karl-V.-Allee 3
93077 Bad Abbach

Telefon: 09405 / 18 - 2306

Nachbehandlung einer Knieprothese

Die Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung nach der Implantation einer Knieprothese können im Idealfall schon im Vorfeld der Operation beginnen. Zum einen besteht im Bedarfsfall die Möglichkeit, den allgemeinen Gesundheitszustand noch so weit wie möglich zu verbessern. Je fitter man vor der Operation ist, umso schneller ist man nach der Operation wieder fit.

Wichtig: Die korrekte Nachbehandlung nach der Implantation der Knieprothese

Zum anderen wird die Mobilität nach der Operation eingeschränkt sein. Da ist es sinnvoll, im Vorfeld bereits für ausreichend Hilfsmittel zu sorgen. Dazu zählen so einfache wie pragmatische Dinge, wie Haltegriffe im Bad und im WC, ein schnurloses Telefon oder Handy, ein drehbarer Badewannen-Sitz, ein Greifarm oder auch ein Strumpfanzieher. Selbst das vorherige Trainieren mit Gehhilfen kann nützlich sein.

Die Mobilisierung beginnt kurz nach der OP

Der stationäre Aufenthalt nach dem Eingriff beträgt im Normalfall zwei bis drei Wochen. Bereits am ersten Tag nach der Operation gibt es Anleitungen und fachkundige Unterstützung bei der Mobilisierung durch einen Physiotherapeuten. Das erste Mobilisieren muss sich nicht zwingend auf das operierte Kniegelenk bezieht. Die anderen Gelenke müssen auch möglichst früh und viel bewegt werden. Für das Knie geht es dann in erster Linie darum, die Kraft, die Koordination und Beweglichkeit des künstlichen Gelenkes und des Beines wiederzuerlangen. Der Patient muss sich dann auch unbedingt an die mit dem Arzt festgelegten Nachuntersuchungen halten. Nur so kann ein langfristiger Erfolg der Implantation einer Knieprothese ermöglicht werden.

Der richtige Umgang mit der Knieprothese

Während der ersten 12 Wochen nach der Operation müssen starke Belastungen des Knies durch Bewegungen wie Hocken oder Knien, Heben von Lasten, Gewichtzunahme oder Überbelastung durch schwere körperliche Arbeit vermieden werden. Die unterschiedlichen Bewegungsarten lassen sich erst nach und nach wieder erlernen. Besonders das Treppensteigen ist zunächst noch eine sehr schwere Übung. Da sich aber besonders das Treppensteigen im Alltag nicht vermeiden lässt, ist diese Herausforderung fester Bestandteil der REHA-Maßnahme. Dem Krankenhausaufenthalt schließt sich eine REHA an, die ambulant oder stationäre durchgeführt werden kann, um das richtige Verhalten beim Gehen zu erlernen.

Auch nach der Entlassung aus der Klinik sind neben der Fortsetzung der Übungen etliche weitere Punkte zu beachten:

  • rollen Sie als Patient Ihren Fuß richtig ab
  • benutzen Sie Stockstützen beim Gehen
  • gehen Sie aufrecht und mit stets gleich langen Schritten
  • tragen Sie Schuhe mit weichen, elastischen Sohlen

Die Wahl der richtigen Sportart mit Knieprothese

Neben diesen Alltagsregeln gibt es verschiedene Sportarten, die die weitere Heilung und Mobilisierung fördern. Die neue Trendsportart Nordic Walking ist zum Beispiel auch mit Knieprothese nahezu bedenkenlos durchführbar.

Nachfolgend aufgelistet sind einige Empfehlungen nach ihrem Eignungsgrad für Kniegelenksprothesenträger geordnet:

  • Schwimmen, am besten geeignet: Kraul- und Rückenschwimmen
  • Gymnastik, sofern keine Extrembewegungen des operierten Gelenkes stattfinden
  • Rudern, allerdings nur mit Vermeiden einer zu extremen Kniebeugung
  • Segeln
  • Paddeln
  • Wandern

Bedingt geeignet sind:

  • Skilanglauf
  • Dauerlauf
  • Golf

Vermieden werden sollten hingegen:

  • Kampfsportarten
  • jegliche Sprungdisziplinen
  • Rückschlagspiele
  • die meisten Ballspielarten
  • alpiner Skilauf

Geeignet sind auf jeden Fall

  • allgemeine Gymnastik
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen

In Summe sind diese Elemente der Nachbehandlung gemeinsam mit der geeigneten und gemäßigten körperlichen Betätigung die Garanten für eine hohe Lebensdauer der Knieprothese und einen beschwerdefreien Alltag.