Herausgeber

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Oec. med.
Alexander Joist

Asklepios Klinikum Bad Abbach
Chefarzt Orthopädie II
Kaiser-Karl-V.-Allee 3
93077 Bad Abbach

Telefon: 09405 / 18 - 2306

Wie finde ich die richtige Klinik für die Operation?

Die Implantation eines künstlichen Gelenks ist ein schwerer Eingriff, der bei fehlerhaftem oder ungenauem Vorgehen schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann. Dies beginnt schon bei der Entscheidung bezüglich Notwendigkeit einer Implantation, bei der Vorbereitung, bei der Auswahl der Prothese, während der Implantation an sich aber natürlich auch im Verlauf der Heilung und Nachsorge. Die Wahl der richtigen Klinik ist deshalb entscheidend für einen Behandlungserfolg. Allerdings lässt sich die Frage „Wie finde ich die richtige Klinik?“ nicht so leicht beantworten.

Auswahl der Kandidaten

In den meisten Fällen wird der behandelnde Hausarzt gemeinsam mit dem Unfallchirurgen oder Orthopäden die Empfehlung aussprechen, über eine Implantation eines künstlichen Gelenks nachzudenken. Häufig empfiehlt einer der beiden oder auch beide zu diesem Zeitpunkt auch eine entsprechende Klinik, die solche Operationen durchführt. Im Einzelfall kann diese Empfehlung auch noch recht unterschiedlich ausfallen. Es bleibt also dem Patient überlassen, sich über die Möglichkeiten zu informieren und dann eine Auswahl zu treffen. Wichtig ist eine Klinik zu finden, die nicht nur Erfahrung bei der Operation hat, sondern auch im Falle von Komplikationen diese beherrschen kann. Das Krankenhaus sollte idealerweise folgende Abteilungen unterhalten.

  1. Anästhesie mit Intensivstation
  2. Blutbank bei Blutverlust und Einsatz eines sogenannten Cell-Savers (Gerät, bei dem das Blut bei der Operation aufgefangen wird und dem Patienten wieder zugeführt werden kann)
  3. Kardiologie (wichtig wenn Hetzprobleme auftreten oder z.B. ein Herzinfarkt oder Lungenembolie auftritt)
  4. Gefäßchirurgie, wenn eine schwerer operationsbedürftige Thrombose auftritt oder bei der Operation ein großes Gefäß verletzt wird als immer mögliche Komplikation
  5. Neurologie, wenn ein z.B. ein Schlaganfall auftritt

In jedem Fall sollte man die in Frage kommenden Krankenhäuser rechtzeitig vor der Entscheidung aufsuchen und sich beraten lassen. Eine umfangreiche Internetrecherche kann unterstützend wirken.

Internetrecherche kann helfen

Bei der Wahl eines Arztes oder einer Klinik kann das Internet heutzutage wertvolle Hilfe leisten. Patienten sind nicht mehr alleine auf örtliche Mundpropaganda angewiesen, sondern finden im weltweiten Netz sowohl objektive als auch subjektive Daten, Fakten und Erfahrungen. Startpunkt der Suche kann die Homepage der Klinik sein.

Zusätzlich kann man subjektive Patientenberichte im Internet finden oder bei den Krankenkassen nachfragen, die einen guten Eindruck vermitteln, ob und wenn ja, warum die Patienten mit dem Krankenhaus zufrieden waren. So hat die AOK z.B. in NRW eine große Patientenbefragung durchgeführt und Krankenhäuser begutachtet und eine Liste der empfehlenswerten Klinik aufgestellt.

 

Besichtigung vor Ort und Beratung

Auf Basis der Internetrecherche sowie der ärztlichen Empfehlungen kann man eine kleine Liste in Frage kommender Kliniken erstellen und mit diesen Kontakt aufnehmen. Es empfiehlt sich, dort einen Beratungstermin auszumachen, in welchem man über die Operation, ihre Risiken, die Nachsorge und das gesamte Drumherum in der Klinik informiert wird. Üblicherweise hat man hier bereits die Gelegenheit den Operateur oder  ein Mitglied des OP-Teams kennen zu lernen. Während dieses Gesprächs kann man außerdem über die angewendeten Operationstechniken und über die in Frage kommenden Implantate sprechen.

Eine Entscheidung nach Gefühl

In vielen Fällen wird man sich vor allem aufgrund des Operateurs für eine Klinik entscheiden. Allerdings spielt auch das gesamte Umfeld eine Rolle. In Zweibettzimmern mit eigenem Bad fühlt man sich einfach wohler als in Vierbettzimmern mit Stationsbad, wie es sie in alten Kliniken noch gibt. Auch die Sauberkeit und der Umgangston sind nicht zu verachtende Indizien für die Qualität einer Klinik. Eine Begleitperson kann hier wertvolle Hilfe leisten, indem sie die Beurteilung eher objektiv durchführt, während der zu Operierende selbst auch subjektiv in sich hinein hören sollte. Verlässt man die Klinik überzeugt und mit gutem Gefühl, so wird das auch später während Operation und Heilungsphase den Erfolg der Implantation positiv beeinflussen. Das ist klinisch bewiesen.