Herausgeber

Priv.-Doz. Dr. med. Dipl.-Oec. med.
Alexander Joist

Asklepios Klinikum Bad Abbach
Chefarzt Orthopädie II
Kaiser-Karl-V.-Allee 3
93077 Bad Abbach

Telefon: 09405 / 18 - 2306

Wann kann ich wieder gehen?

Ziel der Implantation eines künstlichen Gelenks ist es natürlich zum einen den dauerhaften Schmerz einzustellen, welcher den Patienten belastet, wenn die Einschränkung des Gelenks auf eine Arthrose zurückzuführen ist und zum anderen die Wiederherstellung der Beweglichkeit. Sind die Knie oder die Hüfte von der ausfallbegründeten Unbeweglichkeit betroffen, so erreichen die meisten Patienten schon vor der Operation eine Phase, wo das gehen schwer fällt. Ist die Implantation vorbei, so wollen sie so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen und gehen!

Implantation eines Knie- oder Hüftgelenks

Mit ca. 400.000 Operationen im Jahr in Deutschland zählt das Einsatz eines Hüftgelenks- oder Kniegelenksersatzimplantats zu den häufigsten Prothesenanwendungen. Meist geht der Operation eine lange Leidensgeschichte voraus, die geprägt ist von zunehmendem Schmerz und zugleich abnehmender Belastbarkeit. Hat der Patient alle Alternativtherapien ausprobiert und sind diese nicht mehr ausreichend, bleibt nur noch die Prothesenoperation als Möglichkeit übrig. Experten bezeichnen diese nicht ohne Grund als Einbahnstraße, ist man nach der Erstoperation doch für den Rest des Lebens auf eine Prothese angewiesen. Denn für den Einsatz der Prothese werden die entsprechenden Gelenke endgültig entfernt.

Ablauf der Operation und Nachsorge

Während der Operation wird nicht nur der Knochen bearbeitet, sondern auch das umliegende Gewebe überstreckt und gereizt. Muskulatur und Nervenfasern benötigen deshalb einige Zeit zur Regeneration und Anpassung an die neuen Umstände. Dennoch ist schon recht früh nach dem Einsetzen der Prothese eine Wiederbelastung des Gelenks möglich. Der genaue Zeitpunkt, der zwischen wenigen Stunden oder Tagen bis zu wenigen Wochen liegen kann, ist abhängig von der gewählten Prothese, der Art der Befestigung und von der Gesamtkonstitution des Patienten. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Patienten, die recht fit in die Operation gehen, auch recht schnell wieder auf die Beine kommen.

Wieder gehen mit Hüftgelenksprothese

Weil heutzutage die Operationen zum Einsetzen der Prothesen mit möglichst wenig Schaden im Operationsgebiet einhergehen und Studien gezeigt haben, dass eine schnell Wiederbelastung den Heilungsverlauf sogar günstig beeinflussen kann, dürfen und sollen die Patienten nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks schon nach wenigen Stunden das Bein bewegen, um innerhalb kurzer Zeit auf aufstehen und auf eigenen Beinen stehen zu können. Bis zum Verlassen der Klinik haben die Patienten außerdem gelernt, wie die Prothese belastet werden darf, das richtige Gehen geübt und kommen oft schon ohne Gehhilfen im Alltag zurecht. Im Zuge der Rehabilitationsphase werden dann weitere Bewegungsarten geübt und außerdem die stützende Muskulatur gestärkt.

Kann man das Wieder-fit-werden beschleunigen?

Viele Patienten fragen sich, ob sie Einfluss auf die Abheilung und die Wiederherstellung der Beweglichkeit nehmen können. Studien haben gezeigt, dass die Patienten nach einer Implantation umso schneller wieder fit werden, desto fitter sie vor der Operation waren. Außerdem hat die Muskulatur, die das Gelenk umgibt eine stabilisierende Wirkung, weshalb ein gut bemuskelter Patient schneller wieder Kontrolle über seine Bewegungen erreichen kann. Es empfiehlt sich also unbedingt vor der Operation viel Wert auf schonende, aber stetige sportliche Bewegung zu legen. Dann kann man innerhalb weniger Wochen wieder so fit sein, dass man im Alltag besser gehen und laufen kann als vor der Implantation.